Mülheim: Infanterie-Regiment Nr. 159 (Wertmarke)

wmf_00045
image-1845

Foto: Bernd Thier

(Nordrhein-Westfalen) WMF-Nr. 10194

Offizier-Casino des 8. Lothringischen Infanterie-Regiment Nr. 159, Mülheim

VS: ∗ OFFIZIER-CASINO ∗ | J. R. 159. | 10 (Pfennigzeichen) (im Perlkreis)
RS:
leer (Perlkreis)
rund / Zink, vernickelt / ø 20,7 mm / Stärke 1,4 mm
Markentyp: Wertmarke

Hersteller: unbekannt
Datierung: 1905/1910 (nach 1899 und vor 1914/1918)
Sammlung: T / Meldung: Bernd Thier

Literatur: Menzel (digitale Ausgabe 2014): / ; WMF (Hefte): /

Anmerkung: Bisher war von diesem Regiment nur eine Marke zu 15 Pfennig aus Messing bekannt (WMF 8378), beide dürften aus der Zeit der Stationierung  in Mülheim (nach 1899) stammen und wurden im Offizierskasino verwendet. Vermutlich entstanden sie noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, d.h. um 1905/1910.

Das 8. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 159 war ein Infanterie-Verband der Preußischen Armee. Der Verband wurde im Zuge der Heereserweiterung 1897 am 1. April 1897 aus dem IV. Bataillon des Infanterie-Regiments „Freiherr von Sparr“ (3. Westfälisches) Nr. 16 und dem Niederrheinischen Füsilier-Regiment Nr. 39 (I. Bataillon) sowie den Infanterie-Regimentern Nr. 56 und 57 (II. Bataillon) als Infanterie-Regiment Nr. 159 errichtet. Die Garnison des I. Bataillons lag zunächst in Düsseldorf, die des II. Bataillons in Wesel. Am 29. März 1899 wurden beide Einheiten am neuen Standort in Mülheim an der Ruhr zusammengeführt.

Gemeinsam mit dem ebenfalls neu aufgestellten Infanterie-Regiment Nr. 158 bildete es zunächst die zur 13. Division gehörende 79. Infanterie-Brigade. Später wurde das Regiment der 14. Division unterstellt und bildete gemeinsam mit dem Niederrheinischen Füsilier-Regiment Nr. 39 die 28. Infanterie-Brigade.

Am 27. Januar 1902 erließ Wilhelm II. den Armee-Befehl, dass die bislang noch ohne landmannschaftliche Bezeichnung geführten Verbände zur besseren Unterscheidung und zur Traditionsbildung eine Namenserweiterung erhielten. Das Regiment führte daher ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung 8. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 159.

Das Regiment machte vom 2. bis 6. August 1914 mobil, marschierte durch das neutrale Belgien in Richtung Namur und lieferte sich am 23. August sein erstes Gefecht mit belgischen Truppen um das Fort Sualee, dem wenige Tage später die Eroberung von Namur folgte. Erste Verluste erlitt das Regiment Ende August bei Kämpfen um den Ort Merbes-le-Château. Mitte September wurde der deutsche Vormarsch an der Aisne nahe Laon durch französische Truppen gestoppt. Es folge ein einjähriger Stellungskampf, bis der Verband Einheit Anfang 1916 nach Verdun verlegt wurde. Weitere Einsatzorte waren Soissons, Reims, Cambrai und zuletzt wieder die Aisne. Sein letztes Gefecht bestritt das Regiment am 7. November 1918, als es bei Sedan den Rückzug der Division über die Maas decken musste. Nach schweren Verlusten wurde das II. Bataillon am 10. November 1918 aufgelöst.

Nach Kriegsende kehrten die Reste der Truppe in die Mülheimer Garnison zurück, wo sie am 13. Dezember eintrafen. Anfang Februar 1919 wurde das Regiment dann nach Burgsteinfurt verlegt, wo es im Rahmen der Demobilisierung aufgelöst wurde. Aus Freiwilligen des aufgelösten Verbandes entstanden verschiedene Freiformationen. Der vormalige Regimentskommandeur Major Siegfried Schulz stellte ab 27. Februar 1919 ein nach ihm benanntes Freikorps auf, das am 9. März wieder in die Mülheimer Kaserne einrückte. Es gliederte sich in Stab, I. und II. Bataillon sowie MG-Kompanie und beteiligt sich an der Niederschlagung von Unruhen im westlichen Münsterland, im Ruhrgebiet sowie in Mülheim. Außerdem bildete sich eine Freiwilligen-Kompanie „Kohnert“.

Beide Formationen gingen in der Vorläufigen Reichswehr im Juni 1919 im Reichswehr-Infanterie-Regiment 101 auf.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 11. Kompanie des in Oldenburg stationierten 16. Infanterie-Regiments.

(Quelle: Wikipedia)

Literatur:

Das 8. Lothringische Infanterie-Regiment Nr. 159 im Frieden und im Weltkrieg. Hrsg. von der Offizierskameradschaft I.R. 159 im Bunde ehem. 159er/219er. Mit zahlreichen Bildern, Skizzen und Übersichtskarten sowie einer Ehrenliste aller Gefallenen des I.R. 159 und des Freikorps Schulz. Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935.

Siegfried Schulz: Ein Freikorps im Industrie-Gebiet. Selbstverlag, Mülheim (Ruhr) 1922.

Heinz Weirauch: Das 8. lothringische Infanterie-Regiment 159. In: RheinZinn. Magazin der KLIO Landesgruppe Rheinland-Süd e.V., 17. Jg., Ausgabe 1, 2012, S. 23–27.

Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria. Wien 2007, S. 249.

Suchbegriffe: OFFIZIER-CASINO J. R. 159.

weitere Quellen: https://www.muelheim-ruhr.de/cms/30_oktober_1897_grundsteinlegung_der_kaserne.html

 

Achtung: Hier eingefügte Links können nicht ständig überprüft werden, daher keine dauerhafte Garantie für deren Gültigkeit!


25. November 2016

Schlagworte:

Ein Kommentar zu “Mülheim: Infanterie-Regiment Nr. 159 (Wertmarke)”

  1. elisabeth drosten sagt:

    Meine Frau Elisabeth Drosten, geb. Stops hat noch den alten Reservistenkrug der 8. Komp. Lothring. Infantr.Reg. Nr.159 Mülheim a.d. Ruhr / 1911-1913 mit allen Namen der Soldaten im sehr guten Zustand und Originalfoto von den Soldaten. Opa Stops war Res.Horn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Webdesign: Sebastian Stüber & Robin Thier