Eine Telefonmarke der SWISSCOY, Abteilung der Friedenserhaltenden Operationen der Schweizer Armee im Kosovo

Beitrag von Werner Helmut Stahl (WMF Nr. 364)

Foto: Werner Hemut Stahl

Abteilung Friedenserhaltende Operationen der Schweizer Armee
Bern, Bolligenstrasse 66b (2003)

VS: SWISSCOY (im Stichelkreis)
RS:
leer (Stichelkreis)
rund / Messing / ø 20,1 mm / Stärke 1,9 mm
Markentyp: Telefonmarke

Hersteller: unbekannt
Datierung: 1999/2003
Sammlung: S.
Literatur: Menzel : / ; WMF (Hefte): / Groenendijk: /
(Anmerkung: Menzel

VS: SWISSCOY (im Stichelkreis)
RS:
leer (Stichelkreis)
rund / Messing / ø 20,1 mm / Stärke 1,9 mm
Markentyp: Telefonmarke

Hersteller: unbekannt
Datierung: 1999/2003
Sammlung: S.
Literatur: WMF (Hefte): / Groenendijk: / Anmerkung: Menzel (digitale Ausgabe 2018) führt im Teil seines Kataloges zu den Marken ohne Ortsangabe die Marke als unbestimmt mit Verweis auf Nr. 47673 im Nachtrag auf, dort findet sich aber eine andere Marke (LPG Freundschaft-Klosterwalde), die Marke Swisscoy findet sich auch an keiner anderen Stelle des Nachtrags.)

Als Ergebnis des Kosovokrieges wurde der Kosovo 1999 von internationalen Truppen besetzt, ein UN-Protektorat errichtet und in fünf Verantwortungsbereiche eingeteilt, die jeweils einer Nation zugeordnet sind: Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und den USA. Innerhalb des Verantwortungsbereiches der Deutschen Bundeswehr (im Süden des Kosovo) wurde neben Österreich noch ein Kontingent aus der Türkei eingesetzt. Das österreichische Camp befindet sich in Suva Reka. In das österreichische Kontingent sind auch Soldaten aus der Schweiz sowie aus der Slowakei eingegliedert.

Am 25. Juni 1999 beschloß die österreichische Bundesregierung den Einsatz eines Infanteriekontingentes (AUCON/KFOR) mit Mannschaftstransportpanzern Pandur in der Stärke von bis zu 500 Personen im Rahmen der deutschen Brigade im Kosovo. Der Hauptausschuss des Nationalrates stimmte am 1. Juli 1999 der Entsendung zur Kosovo-Truppe (kurz KFOR, englisch Kosovo Force) zu.

Die zum Selbstschutz mit Pistole und Sturmgewehr bewaffneten Angehörigen der Schweizer Armee wurden zu einer Dienstkompanie zugunsten des österreichischen Kontingentes AUCON (Austrian Contingent) unter dem Begriff SWISSCOY – für Swiss Company – zusammengefasst. SWISSCOY ist weder der NATO noch AUCON unterstellt, sondern AUCON zur Zusammenarbeit zugewiesen. Interne Strukturen, Personal- und Disziplinarwesen sind unter Schweizer Kontrolle.

SWISSCOY ist im Gebiet der Multinationalen Brigade Süd-West unter der Verantwortung der Deutschen Bundeswehr und der italienischen Armee im Großraum Prizren eingesetzt. Das österreichische-schweizerische Camp „Casablanca“ befindet sich auf dem Gelände einer Gummifabrik bei Suva Reka (zwischen Prizren und Pristina).

SWISSCOY erbringt primär logistische Unterstützung für AUCON in den Bereichen Campbau, Spezialtransporte (Container), Wasseraufbereitung und -verteilung, Genie und medizinische Unterstützung. Im Oktober 2002 wurde die SWISSCOY um einen Sicherungszug mit fünf Radschützenpanzern aufgestockt. Weiter steht ein Helikopter vom Typ Superpuma der Multinationalen Brigade Süd der KFOR für Transporte zur Verfügung.

Seit August 1999 steht zusätzlich ein Schweizer Verbindungsoffizier zur KFOR im Dienste der UN-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK).

Am 23. Juni 1999 fällte der Schweizer Bundesrat den Grundsatzentscheid, sich militärisch, basierend auf der UN-Resolution 1244, an der Kosovo-Friedenstruppe KFOR zu beteiligen. Dies nicht als isolierte Maßnahme, sondern als Teil eines ganzen Paketes, das sich des akuten Flüchtlings- und Vertriebenenproblems in der Schweiz annimmt, Soforthilfe im Kosovo vorsieht und einen Beitrag zur Stabilisierung der Region leistet. Das Mandat war eigentlich bis Ende 2003 befristet.

Im Rahmen des Einsatzes der freiwilligen Schweizer Armeeangehörigen wurde eine telefonische Heimatverbindung eingerichtet, damit der familiäre Kontakt aufrecht erhalten bleibt. Zu diesem Zweck wurde die hier vorgestellte Telefonmarke verwendet.

Bemerkenswert ist es, dass die Telefonmarke in Zusammenarbeit mit der Swisscom ausgegeben wurde und einen Wert von 0,20 Euro, nicht Schweizer Franken, repräsentierte.

Suchbegriffe: SWISSCOY

führt im Hauptteil seines Katloges 2018 die Marke auf, mit Verweis auf Nr. 47673 im Nachtrag, dort findet sich aber eine andere Marke, die Marke Swisscoy findet sich dann auch an keiner anderen Stelle)


Als Ergebnis des Kosovokrieges wurde der Kosovo 1999 von internationalen Truppen besetzt, ein UN-Protektorat errichtet und in fünf Verantwortungsbereiche eingeteilt, die jeweils einer Nation zugeordnet sind: Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und den USA. Innerhalb des Verantwortungsbereiches der Deutschen Bundeswehr (im Süden des Kosovo) wurde neben Österreich noch ein Kontingent aus der Türkei eingesetzt. Das österreichische Camp befindet sich in Suva Reka. In das österreichische Kontingent sind auch Soldaten aus der Schweiz sowie aus der Slowakei eingegliedert.

Am 25. Juni 1999 beschloß die österreichische Bundesregierung den Einsatz eines Infanteriekontingentes (AUCON/KFOR) mit Mannschaftstransportpanzern Pandur in der Stärke von bis zu 500 Personen im Rahmen der deutschen Brigade im Kosovo. Der Hauptausschuss des Nationalrates stimmte am 1. Juli 1999 der Entsendung zur Kosovo-Truppe (kurz KFOR, englisch Kosovo Force) zu.

Die zum Selbstschutz mit Pistole und Sturmgewehr bewaffneten Angehörigen der Schweizer Armee wurden zu einer Dienstkompanie zugunsten des österreichischen Kontingentes AUCON (Austrian Contingent) unter dem Begriff SWISSCOY – für Swiss Company – zusammengefasst. SWISSCOY ist weder der NATO noch AUCON unterstellt, sondern AUCON zur Zusammenarbeit zugewiesen. Interne Strukturen, Personal- und Disziplinarwesen sind unter Schweizer Kontrolle.

SWISSCOY ist im Gebiet der Multinationalen Brigade Süd-West unter der Verantwortung der Deutschen Bundeswehr und der italienischen Armee im Großraum Prizren eingesetzt. Das österreichische-schweizerische Camp „Casablanca“ befindet sich auf dem Gelände einer Gummifabrik bei Suva Reka (zwischen Prizren und Pristina).

SWISSCOY erbringt primär logistische Unterstützung für AUCON in den Bereichen Campbau, Spezialtransporte (Container), Wasseraufbereitung und -verteilung, Genie und medizinische Unterstützung. Im Oktober 2002 wurde die SWISSCOY um einen Sicherungszug mit fünf Radschützenpanzern aufgestockt. Weiter steht ein Helikopter vom Typ Superpuma der Multinationalen Brigade Süd der KFOR für Transporte zur Verfügung.

Seit August 1999 steht zusätzlich ein Schweizer Verbindungsoffizier zur KFOR im Dienste der UN-Übergangsverwaltung im Kosovo (UNMIK).

Am 23. Juni 1999 fällte der Schweizer Bundesrat den Grundsatzentscheid, sich militärisch, basierend auf der UN-Resolution 1244, an der Kosovo-Friedenstruppe KFOR zu beteiligen. Dies nicht als isolierte Maßnahme, sondern als Teil eines ganzen Paketes, das sich des akuten Flüchtlings- und Vertriebenenproblems in der Schweiz annimmt, Soforthilfe im Kosovo vorsieht und einen Beitrag zur Stabilisierung der Region leistet. Das Mandat war eigentlich bis Ende 2003 befristet.

Im Rahmen des Einsatzes der freiwilligen Schweizer Armeeangehörigen wurde eine telefonische Heimatverbindung eingerichtet, damit der familiäre Kontakt aufrecht erhalten bleibt. Zu diesem Zweck wurde die hier vorgestellte Telefonmarke verwendet.

Bemerkenswert ist es, dass die Telefonmarke in Zusammenarbeit mit der Swisscom ausgegeben wurde und einen Wert von 0,20 Euro, nicht Schweizer Franken, repräsentierte.

Suchbegriffe: SWISSCOY

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2. April 2021

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